Bio oder was

11 März 2016

Öko-Baustoffe ... und das hält

Gepresstes Stroh erlebt als nachwachsender Bau- und Dämmstoff in Österreich eine Renaissance.

Bio-Baustoffe: Mit natürlichen Baumaterialien gesund wohnen

Bio erreicht nun auch die Baustellen. Besonders der nachwachsende Rohstoff Holz und der Biobaustoff Lehm erlangen neue Beliebtheit bei Schweizer Bauherren. Die Bio-Baustoffe sparen graue Energie, schonen die Umwelt und ermöglichen gesundes Wohnen.

Viele unserer neu errichteten Gebäude sind aus mehreren zehntausend künstlichen Materialien errichtet, die oftmals nicht wiederverwertet werden können. Jedes Jahr fallen so rund zehn Millionen Tonnen Bauabfälle und Altlasten an, welche die Umwelt belasten. Doch nicht nur die Ökobilanz «krankt». Auch künftige Bewohner leiden unter ungesundem Raumklima in konventionellen Bauten, weil u.a. Schadstoffe austreten und Allergien hervorrufen können. Deshalb erleben Bio-Baustoffe wie Lehm, Holz und Stroh einen Aufschwung. Die natürlichen Baumaterialien verbrauchen weniger Herstellungsenergie, ermöglichen kurze Transportwege, erlauben Recycling und gesundes Wohnen.      

Haus bauen mit natürlichen Baustoffen

Auch Bauherren haben einen Einfluss darauf, wie nachhaltig die Welt ist: Mit der Wahl von biologischen Baustoffen kann ein Beitrag zum nachhaltigen Bauen geleistet werden. Ein Haus mit Lehm und Stroh zu bauen, hilft nicht nur der Umwelt, sondern sorgt auch für ein besseres Raumklima.

Stroh  der Ökobilanzgewinner

Häuser aus Stroh, Holz und Lehm sind bei guter Auswahl der weiteren Ausbaumaterialien herkömmlichen Gebäuden bezüglich ihrer Ökobilanz weit überlegen. Das geht sogar so weit, dass ein Strohhaus auch unter Berücksichtigung der Heizenergie während seiner gesamten Lebensdauer weniger Energie für Herstellung und Beheizung verbraucht, als ein herkömmliches Haus unter ungünstigen Umständen schon bei Fertigstellung verbraucht hat.

Vergleich- Betonwand- Strohwand

Die Stahlbetonwand hat schon zu Beginn ihrer Lebensdauer  so viel nicht erneuerbare Primärenergie verbraucht, wie die Strohwand für ihre Herstellung und fünfzig Jahre Betrieb.

Anders ausgedrückt: Die Stahlbetonwand benötigt bereits so viel Energie bei der Herstellung, egal wie gut diese gedämmt ist, so hat sie am ersten Tag schon den ökologischen Fußabdruck, den die Strohwand am Ende ihrer Lebensdauer hat. Dabei ist die der Entsorgung sogar nicht berücksichtigt, die bei der Wand aus Stroh, Holz und Lehm mit Sicherheit wesentlich umweltfreundlicher erfolgen kann.

Mit Holz als nachwachsenden Rohstoff gebaut

Bauen mit Holz ist kaum Grenzen gesetzt, denn heutzutage sind sechsgeschossige Holzgebäude keine Seltenheit mehr. Das erlauben die 2005 geänderten Brandschutzvorschriften, sodass inzwischen rund 15 Prozent der Einfamilienhäuser aus Holz gebaut sind. Den Biobaustoff gibt es in Hülle und Fülle, denn jede Minute wachsen mehr als sechs Kubikmeter Laubholz nach. Jedes Jahr nutzt man fünf Millionen Kubikmeter Nadel- und Laubgewächse, wovon nur etwa ein Viertel als Biobaustoff eingesetzt wird.

Ökobilanz vom Biobaustoff Lehm

Lehm kann energieaufwändig erzeugtes Material ersetzen und ist österreichweit gut verfügbar. Aus diesem Grund fallen nur kurze Transportwege an. Die Produktion des Biobaustoffs verbraucht wenig Energie und lässt sich sogar vor Ort herstellen. Enthält der Lehm keine weiteren Zusätze, kann man ihn einfach in die Natur zurückgeben.

Deshalb hat Lehm eine überaus gute Ökobilanz, die zudem ein energieeffizientes und gesundes Wohnen ermöglicht.

Lehm als traditionelles, biologisches Baumaterial

Seit Jahrhunderten baut der Mensch mit Lehm, den man aus Ton, Sand und Wasser herstellt. Der Biobaustoff ist vielseitig einsetzbar. Man kann tragende Wände aus Massivlehmsteinen mauern, Lehmbauplatten als Wärmedämmung anbringen, Putz oder Mörtel auf die Wände auftragen. Aus diesem Grund ist es auch möglich, aus Lehm und anderen Biobaustoffen mehrstöckige Gebäude zu errichten.

Beim Lehmbau verwendet man keine Lösungsmitteln, Konservierungsstoffe und weitere belastende Chemikalien, weshalb der Bio-Baustoff vollständig recycelbar ist.

 

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