Das lasttragende Strohhaus - der Film

07 November 2013

Das Filmteam des Vereins bauherrenhilfe.org hat das Projekt mitgefilmt und die Filmreportage gestaltet. Der Verein Bauherrenhilfe.org, bekannt durch die ATV Serie „Pfusch am Bau“, setzt sich für Qualität und Aufklärung am Bau ein

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Der Film: http://www.unserstrohhaus.at/video.html

1. Österreichisches lasttragendes  Plusenergie-Stroh- Haus  9 kWh/m²a

Höchste Sparsamkeit, Energieeffizienz mit Wohnqualität vereint.

 

Gebaut wurde der Bungalow, der sich mit Energiekennzahl 9 auszeichnet und über eine 4 kWp  PV- Anlage sowie Speicherbatterien 8 x 6V 250 Ah verfügt, in Niederösterreich. Das lastragende Strohhaus entspricht dem heutigen Stand der Technik und wurde mit einem Anteil von 90% aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen errichtet: Stroh, Holz und Lehm.

 

Über Stroh als Baumaterial

 

Stroh ist ein klassisches Baumaterial, z.B. für Dacheindeckungen oder zur Faserverstärkung von Lehmwänden (Leichtlehm). Doch erst mit dem Aufkommen von Strohballenpressen um 1870 und damit riesiger “Strohziegel“ begann die Geschichte des modernen Stroh(ballen)baues.

Weltweit existieren heute mehr als zehntausend Strohballenhäuser, die ältesten davon wurden bereits Anfang 1900 gebaut und weisen auch heute kaum merkliche Bauschäden auf.

Strohballen sind als Baumaterial unübertrefflich. Sie dämmen ausgezeichnet Wärme und Schall, sind unschlagbar günstig, sorgen in Verbindung mit Lehmputz für ein angenehmes Raumklima und haben aus drei Gründen die beste CO2-Bilanz aller Baustoffe: Sie sind nachwachsend, (fast überall), lokal verfügbar und benötigen zu ihrer Herstellung einen minimalen Primärenergieeinsatz.  

 

Geschichte Strohhaus Allgemein:

Seit den Anfängen des modernen Strohballenbaus, als man einfach ohne weiteren Umständen Ballen auf Ballen schlichtete, wurden verschiedene Strohbautechniken entwickelt und immer weiter perfektioniert. Dabei entstanden zwei Haupttypen: die lasttragende Bauweise und die Infill-Systeme. Bei letzterem übernimmt eine statische Konstruktion (z. B. ein Holzskelett) die Tragfunktion, die Strohballen werden eingefüllt und haben nur noch die Aufgabe zu dämmen.

Mit der lasttragenden Bauweise fing indes alles an. Wie der Name schon sagt, dienen die Strohballen bei ihr als tragende Elemente; natürlich dämmen sie auch gleichzeitig. Diese Bauweise erwies sich in vielerlei Hinsicht überlegen – sie ist flexibler, was die Gestaltung organischer Formen (Rundungen, Bögen, Gewölbe) betrifft, geht ausgesprochen rasch von der Hand und ist deutlich weniger aufwendig und damit günstiger.

Allerdings: Die Verwendung von Kleinballen limitierte die Baumeister auf eingeschossige Gebäude. Und als der Strohballenbau auf der zweiten US-Welle auch Europa erreichte, waren die Baubehörden weit eher geneigt, Holzständerkonstruktionen zu bewilligen als der lasttragenden Technik zu vertrauen.

Strohbau-Enthusiasten und -Experten wie der deutsche Architekt Gernot Minke waren allerdings stets davon überzeugt, dass der wahre Strohballenbau lasttragend zu sein hat. Es blieb dem Schweizer Architekten Werner Schmidt überlassen, die Königsidee dafür zu entwickeln: Er griff zu den Jumbo-Strohballen, 250 kg schweren und bis zu einem Meter breiten Strohziegeln und verband damit das Beste beider Welten. Großballen sind den Kleinballen statisch und in puncto Belastbarkeit so deutlich überlegen, dass mindestens dreigeschossige Bauten lasttragend möglich wurden. Das überzeugte auch die Baubehörden. Und die sensationellen Dämmwerte der Großballenbauten ließen schließlich die letzten Zweifler verstummen.  

Nachhaltigkeit

Wer ans Klima denkt, muss langfristig denken. Eine seriöse Umweltbilanz betrachtet ihr Objekt über den gesamten Lebenszyklus. Zwar denkt kein Bauherr während der Entstehung seines Traumhauses über dessen Ende nach – jeder Bauherr glaubt, er baut für die Ewigkeit.

Tatsache ist aber, dass jedes Jahr tausende Häuser abgerissen werden und dabei hohe Entsorgungskosten anfallen. Denn herkömmlicher Bauschutt ist unverrottbar und in hohem Maße schadstoffbelastet.

Ein Strohhaus zu bauen, heißt hingegen auch den folgenden Generationen keinen Schutthaufen zu hinterlassen, sondern  beim Abbruch einen sich wieder in den Naturkreislauf einfügenden Komposthaufen. 

Zulassungen, Test:

Unser Strohhaus Bau GmbH hat als erstes Unternehmen Österreichs durch die vorgenommen Tests die Grundlage geschaffen, damit lasttragenden Strohhäuser allen baubehördlichen - bautechnischen Bestimmungen entsprechen. Bei unseren Strohhäusern verwenden wir ausschließlich zugelassene Baustoffe.

2010: Fa. Waldland. Stroh wird als offizieller Baustoff EU- weit zugelassen.

2012:  Unser Strohhaus Bau GmbH. In enger Zusammenarbeit mit der Staatlichen Versuchsanstalt für Bautechnik Baulabor- Graz HTL- Graz Ortweinschule, gemeinsam mit Prof. DI Johann Loibnegger, werden die notwendigen Lasttests abgeschlossen. Somit den statischen Nachweis für lastragende Strohballenbauweise erbracht. Damit wird die Vorrausetzungen geschaffen, europaweite lastragende Strohballenbauweise statisch zu berechnen und überhaupt erst lasttragende Strohhäuser in Österreich zu errichten.
Prüfbefund Nr. 007/12 LG/LG
 
2012: Unser Strohhaus Bau GmbH. MA 39 Durchführung den notwendigen Brandtest für lasttragende Strohballenbauweise. R 30.
Prüfbericht: MA39- VFA 2012-0914.01 
 
2013:  Fa. Waldland. Erweiterung der Europäische technische Zulassung für Baustroh, auf mehrere Strohballengrößen. Fa. Waldland
Zulassungsnummer ETA- 10/0032
 
2013: Unser Strohhaus Bau GmbH. Nachweis des Schallschutzes nach ÖNORM B8115-4:2003 0901 für Strohballenwände.
Bauklimatik- Archi. PHYSIK 10.0.0.070

 

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