Die Zeitung aus dem Jahr 1921

27 Juli 2013

Die Zeitung aus dem Jahr 1921, beweist die langlebigkeit der Strohballenhäuser.

Résumé de l'article de la Science et la Vie de 1921 :

 

Ein Strohballenhaus! Diese Wörter zusammen sind erstaunlich. Seit diesem Tag im Jahre 1921 ist dies jedoch eine sichtbare und fassbare Realität, von der üblichen archaischen und rustikalen Vorstellung weit entfernt. Die neugierigen Besucher verlassen den Ort mit dem Eindruck, dass ein neues Kapitel geöffnet wurde und bald eine fruchtbare Arbeit aus dieser originellen Idee entstehen wird.Ein Ingenieur namens Feuillette suchte eine Idee, die vom Krieg zerstörten Länder wiederaufzubauen und zwar mit billigen und ausreichend vorhandenem
Baumaterial. Das so entstandene Haus sollte auch behaglich, hygienisch und beständig sein. Es sollte ausserdem der bescheidenen Arbeiter- und Bauernschicht zugänglich sein, die oft ihre Unterkunft in unbehaglichen und zu teuren Steinhäusern  hatten. Er hat so das erste isothermische Haus erschaffen.

 

Die wesentliche  Charakteristik liegt in der Beschaffenheit der Mauern :es werden Ballen aus pflanzlichem Material ,wie Stroh oder andere Pflanzen, die vor Ort wachsen, in eine leichte aber feste Holzrahmenstruktur gesetzt. Der Dachstuhl wird mit der gleichen Technik erbaut, was eine Vor-herstellung ermöglicht und dann ein zügiges Zusammenbauen an Ort und Stelle. Das leichte Gewicht des Baumaterials ermöglicht es, das Gerüst auf einen leichtes Grundmauerwerk zu stellen. Eine asphaltierte Kartonschicht schützt den Bau vor Kapillaritätsfeuchtigkeit. Die Breite der Mauern werden bestimmt durch die Dicke der Füllballen, und der Abstand zwischen den Holzpfosten durch deren Breite. Die Ballen werden aufeinandergesetzt, bis die gewünschte Höhe erreicht ist.

Nach dem Aufbau werden die Mauern mit einem feinmaschigen Netz bedeckt und verputzt. Für die Aussenwand kann dies jedes mögliche Verputzmaterial sein, für die Innenwände eine Gipsverputzung für anschliessende Tapezierung oder Farbenanstrich, wie andere Mauern auch.Die Öffnungen wie Fenster und Türen sind in der Holzstruktur mit eingeplant und eingebaut. Ihre Grösse wird zum Einen vom Abstand der Holzpfosten und zum Anderen von der Grösse und Anzahl der Ballen bestimmt. Es gilt hier auch die Devise der einfachen und sparsamen Bauweise.

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Man kann mit dieser Bauweise auch Etagenhäuser und ganz allgemein alle möglichen Hausarten erbauen, da diese Art zu Bauen sehr anpassungsfähig ist. In die Mauern werden Rohre verlegt um Desinfiziermittel einzuspritzen, die die in Häusern übliche mikrobiologische und tierische Fauna vernichtet.

Abgesehen von den schon erwähnten Vorteilen, ermöglicht der Gebrauch von vor Ort wachsendem pflanzlichem Baumaterial (Getreidestroh, Schilfrohr, Stechginster, Ginster, Brombeerstrauch, verschiedenes Zweigwerk,und andere Pflanzen, die mit einer Pflanzenpresse kompatibel sind) eine grosse Ersparnis von den sonst üblichen Transportmittelkosten. Man kann die standartisierten Dachstuhlelemente serienmässig herstellen, was zum Einen die Kosten stark mindert und zum Anderen eine sehr zügige Bauweise ermöglicht, mit ausserdem wenig kostspieligem, weil nicht tiefem Grundmauerwerk. Die durch die wenig kompressierten Strohhalmen eingeschlossene Luftschicht garantiert eine sehr gute Isolation, die noch durch die Breite der Mauern, etwa 40cm, verbessert wird. Dadurch haben die Veränderungen der Aussentemperaturen wenig Einfluss auf die Thermometer der Innenräume.  

 

Vor allem im Industrie- oder Landwirtschaftsbau zeigt sich am Besten die Überlegenheit des Feuillette-systems im Bezug auf die Baukosten. Die einfache Bauweise ermöglicht es sogar, ganze Mauerteile zu demontieren und woanders wieder aufzubauen. Alle anderen aktuellen Bauweisen werden Vorteile aus der systematisch ersuchten Einfachheit und aus den originellen Innovationen ziehen, sowohl bezüglich der Realisationsmitteln wie auch der Arbeitsmethoden. Der Erfolg der ersten Bauwerke beweist dass sich der gesunde französiche Menschenverstand diese neue Architektur zu eigen gemacht hat und bereit ist, diese für die Zufriedenstellung der grossen Bedürfnisse unseres Landes einzusetzen.

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Gustave LAMACHE

 URL: 27.07.2013/ 0959. https://sites.google.com/a/compaillons.eu/strohhaus-feuillette/l-article-de1921

 

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