CO2 Bilanz, Strohbau

Strohbau, der Klimaschutzweltmeister

Rund 10 % des weltweiten Bruttosozialproduktes werden für die Errichtung, Erhaltung und Ausstattung von Gebäuden aufgewendet. Betrachtet man den Rohstoffverbrauch, ergeben sich andere Zahlen: 40 % des gesamten eingeschlagenen Holzes, der mineralischen Stoffe und des Wassers werden verwendet, um damit Baustoffe herzustellen bzw. zu transportieren.

Der Anteil am weltweiten Energieverbrauch für Herstellung und Transport von Baustoffen ist sogar noch ein wenig größer: Er liegt bei 45 %. (World Watch Magazine, 1998) Kein Wunder: Zur Herstellung von 1t Beton werden 6.000 MegaJoule an Energie benötigt. Nur 1/52stel davon, 115 MJ, an grauer Energie bedarf es hingegen zur Herstellung von 1t Stroh! Sogar noch extremer fällt der (volumsbezogene) Vergleich Stroh und Mineralwolle aus: Letzteres benötigt die 77-fache Energiemenge für die Herstellung.
Bei der Betonproduktion entstehen zudem 7 % der menschgemachten CO2-Emissionen, während Stroh CO2 sogar reduziert (bindet). (Aus: Neues Bauen mit Stroh, ergänzt)

Mit Stroh bauen heißt umweltbewusst bauen. Für den Bungalow in St. Kathrein mit 170 m² Wohnfläche haben wir 70 Tonnen Baustroh verwendet sowie Lehmputz, Kalkputz, Holz und Schilf; das ergab eine CO2-Einsparung von 101 Tonnen, nur bei der Errichtung.

Mit der herkömmlichen Ziegel-Styropor-Bauweise wären hingegen  80 Tonnen des Treibhausgases zusätzlich in die Welt gesetzt worden – bei gleichen Dämmwerten und selber Energiekennzahl.
Schon beim Bau wurden also insgesamt (im Vergleich zu herkömmlicher Bauweise, mit der selbe Energiekennzahl) 181 Tonnen CO2-Emission vermieden.

Das entspricht 1.206.333km mit einem Mittelklasse PKW. Das wären 80,42 Jahre bei einer durchschnittlichen Kilometerleistung von 15.000km pro Jahr.

Oder 67.018,52 Liter Heizöl.

18.095 Bäume würden ein ganzes Jahr brauchen um die gleiche Menge an CO2 ab zubauen.

Stroh dämmt sehr gut. Der Bungalow in St. Kathrein hat mit einer fast unglaublichen Energiekennzahl von 8,5 einen sehr geringen Energiebedarf. Der sich natürlich sehr gut aus erneuerbaren Quellen decken lässt.

Also hilft die Strohbauweise auch während der Nutzung eine Menge an CO2 zu sparen.