Gibt es in Strohballenwänden Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel?

Nein gar nicht.

Zwar handelt es sich bei Strohballen natürlich um ein organisches Material, das sich bei längerer Durchfeuchtung und entsprechenden Temperaturen zersetzt und dann auch einen unangenehmen Geruch entwickeln kann. Wird das verbaute Stroh aber – gewusst wie – schön trocken gehalten, spricht nichts gegen ein hundertjähriges Häuserleben.

Was es braucht ist:

  1. konstruktiver Wetterschutz- Fassade (gegen Schlagregen usw.) mit Kalkputz – Fassadenplatten - Holzverkleidungen, ...usw.
  2. dampfdiffusionsoffener Aufbau des Bauteils 
  3. Lehmputz als (luftdichte) innere Verkleidung

Besonders wichtig:

Im Winter darf keine warm-feuchte Innenluft in die Strohballen gelangen, die am Taupunkt kondensieren würde. (Eine Bedingung, die alle modernen Bauweisen erfüllen müssen). Als Schutz vor Spritzwasser sollte die Strohwand etwa 30 cm über Grund beginnen (erhöhter Fundamentaufbau) oder durch andere Bautechnische Massnahmen im Sockelbereich geschützt werden.

Diese Massnahmen werden, bei jeden Bauvorhaben individuell geplant.

Das Stroh wird nach unten durch eine Feuchtesperre gesichert sein.

Was nun den Schimmel betrifft, sind Stroh-Lehm-Bauten sogar weniger anfällig als andere Gebäude:

Lehm ist ein diffusionsoffener Baustoff, der große Mengen an Feuchtigkeit speichern und bei trockenem Raumklima wieder an die Umgebung abgeben kann.

Weil sich deshalb Feuchtigkeit nicht annähernd so lang im Material halten kann wie bei nicht diffusionsoffenen Baustoffen, kommt es in lehmverputzten Strohhäusern selten oder nie zu Schimmelbefall.

Zuletzt aktualisiert am 2012-04-26 von Pawel Paluch.

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