Gibt es in Strohballenwänden Probleme mit Mäusen- Insekten?

Die Sorge vor Schädlingsbefall liegt bei dem Gedanken an ein Strohhaus nahe. Bei Untersuchungen in alten und neuen Strohhäusern konnten aber keine Hinweise auf Schädlingsbefall festgestellt werden. Ein 1994 in Swarthmore, Pennsylvania, errichteter Testbau wurde nach 4 Jahren wieder abgebaut und untersucht - auch hier lag keinerlei Schädlingsbefall vor. Das begründet sich zum einen in der hohen Dichte der Strohballen, welche ihn als Nistplatz etwa für Mäuse unattraktiv macht. Ist die Strohballenwand rundherum intakt verputzt, so ist auch die Gefahr, dass sich Insekten und andere Kleinstlebewesen einnisten äußerst gering. Stroh ist auch kein Nahrungsmittel für irgendwelche Nagetiere, da das Korn ja fehlt.

Mäuse kommen in Strohhäusern nicht mehr vor als bei jedem Bauprojekt. Sich vor Nagetieren zu schützen, ist eine konstruktive Frage und hat mit dem Material Stroh nichts zu tun: Das ist ebenso unverdaulich wie jeder andere Dämmstoff. Der Rohstoff, aus dem Stroh besteht ist Zellulose der kann prinzipiell nur von Termiten verdaut werden (und auch hier hat sich gezeigt, dass Holz zur bevorzugten Nahrung gehört).

Das Kleingetier sucht nicht nach Nahrung, sondern nach Wärme; ohne Lücken im Wandaufbau, die wir beim Bau eines Strohhauses nicht zulassen, so hat es aber keine Ansatzpunkte.
Im Sockelbereich von Strohballenaußenwänden kann man durch das Anbringen von Drahtgewebe in der Putzebene einen weiteren Eindringschutz herstellen. Putze und Ausbauplatten und ein korrekt ausgeführter Fundamentanschluss verhindern schließlich garantiert jeden Nagerbesuch.

Zuletzt aktualisiert am 2012-10-30 von Pawel Paluch.

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