Strohballen! – brennen die nicht viel zu leicht?

Loses Stroh brennt... nun, eben wie Stroh. Am Bau werden aber dicht gepresste Strohballen eingesetzt, wodurch die einzelnen Halme von einer ausreichenden Sauerstoffzufuhr abgeschlossen sind und die Brennbarkeit erheblich sinkt. Zudem verhalten sich Strohballen im Brandfall wie Holzbalken: Die Oberfläche verkohlt und bildet eine zusätzliche Brandschutzschicht.

Hier (http://www.baubook.at/m/Daten/Bilder/Infos/WaldlandBSB_Produktspezifikation.pdf) das technische Datenblatt der zertifizierten Waldland-Baustrohballen: Die seit 2004 geltende Euroklassen-Einteilung nach „Beitrag zum Brand“ ergab für Baustrohballen die Klasse E. Dies entspricht der vormaligen Brennbarkeitsklasse B2 (normal brennbar, Prüfbericht der MA 39,(http://www.baubiologie.at/download/zertifikate/b2.html) Versuchs- und Forschungsanstalt der Stadt Wien).

Bei praxisnäheren Bauteilprüfungen (http://www.baubiologie.at/download/zertifikate/F90.html) von beidseitig verputzten Strohballen (unverputzte Strohwände kommen in der gebauten Realität ja nicht vor) erwiesen sich diese sogar als brandbeständig (Brandwiderstandsklasse F90).

Für die Baupraxis heißt das: überall, wo mit Holz gebaut werden darf, darf – zumindest aus Sicht des Brandschutzes – auch mit Strohballen gebaut werden. Die für Einfamilienhäuser vorgeschriebene Brandwiderstandsklasse F30 wird dreimal erfüllt.

Zuletzt aktualisiert am 2012-04-26 von Pawel Paluch.

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