Wie können Wände dicht und „atmungsaktiv“ zugleich sein?

Damit soll die Diffusionsoffenheit von Wandaufbauten mit baubiologischen Materialien werbewirksam beschrieben werden. Die Diffusion bezieht sich aber ausschließlich auf die Wasserdampfdiffusion, bei der es um den Feuchteausgleich geht.

Insbesondere bei Passivhauswänden ist außen die Winddichtigkeit und innen die Luftdichtigkeit (durch Folien, Putze oder Ausbauplatten) zu gewährleisten. Die winddichte Ebene außen sollte dabei – Faustregel – etwa viermal so diffusionsoffen sein wie die luftdichte Ebene innen, damit die Diffusion von innen nach außen stattfinden kann.

So ist der für ein gutes Raumklima entscheidende Feuchteausgleich zwischen Raumluft (Kochen, Baden, Schlafen) und Wandoberfläche (Putz oder Ausbauplatte) gewährleistet: Lehmputze nehmen Feuchte auf, wenn die Luft im Innenraum zu feucht wird, geben sie aber wieder an die Raumluft ab, wenn die Luft zu trocken wird.

Bei gut abgedichteten Passivhausräumen muss zusätzlich eine kontrollierte Wohnraumlüftung dafür sorgen, dass langanhaltende Feuchtigkeit nach außen abtransportiert wird, sonst können Feuchtigkeitsprobleme entstehen.

Zuletzt aktualisiert am 2012-04-24 von Pawel Paluch.

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