Stroh als Baustoff

Ein Klassiker neu entdeckt

Stroh ist ein klassisches Baumaterial, z. B. für Dacheindeckungen oder zur Bewehrung von Lehmwänden. Doch erst mit dem Aufkommen von Strohballenpressen um 1870 und damit riesiger Stroh„ziegel“ begann die Geschichte des modernen Stroh(ballen)baus.

Die Vorteile sind überwältigend: Stroh ist wärme- und (tritt)schalldämmend, unvergleichlich günstig (Verhältnis von Preis zu erzielter Dämmwirkung), regional verfügbar, nachwachsend, energieeffizient (insbesondere auch durch den minimalen Energieaufwand für die Herstellung), trägt zu einem guten Raumklima bei …
Stroh könnte entscheidend zum Erreichen der Klimaziele beitragen – dem wohl wichtigsten globalen Vorhaben, dem sich die Menschheit zu stellen hat. Die CO2-Bilanz ist positiv: Stroh verursacht bei seiner Herstellung deutlich weniger CO2 als es bindet.

Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit (ÖNORM B-6015-5:2003) ergab für den WALDLAND-Baustrohballen גr = 0,050 W/mK; damit entsprechen 16 cm Stroh der Dämmwirkung von 10 cm EPS. Die zugrunde liegenden Kennwerte des Ballens waren eine Nenndichte von 105 kg/m³ und ein Feuchtegehalt unter 15 %, wie er für den Naturbaustoff Stroh erforderlich ist. (Die optimale Dichte in Bezug auf die Dämmwirkung liegt bei etwa 100–120 kg/m³. Bei zunehmender Dichte steigt die Wärmeleitfähigkeit, die wärmedämmende Wirkung nimmt also ab.)

Fachgerecht verbaute Strohballen weisen eine große Schimmelresistenz auf und absorbieren Elektrosmog. Verputzte Strohballenwände erreichen die Brandwiderstandsklasse F90.

Bau der 5 lasttragenden Stroballentonnen in Wangelin / Straw-Bale Barrel-Vaults for Wangelin A Workshop with Professor Gernot Minke

Strohballentonnen