Strohhaus Bauvarianten

Seit den Anfängen des modernen Strohballenbaus, als man einfach ohne weiteren Umständen Ballen auf Ballen schlichtete, wurden verschiedene Strohbautechniken entwickelt und immer weiter perfektioniert. Jede der verschiedenen Varianten hat ihren eigenen Reiz, eines vereinigt aber alle miteinander, die gesunden, natürlichen, ökologischen, nachhaltigen und vor allem die nachwachsenden Baumaterialien.

Welche der verschiedenen Strohhaus Bauvarianten Sie am meisten anspricht oder Ihnen am sympathischsten ist, entscheiden natürlich nur Sie selbst. Unser Bau- Stroh kommt aus Österreich, ist bautechnisch zugelassenes Bio- Baustroh und hat eine Europäisch technische Zulassung, unterliegt somit sehr strengen Auflagen sowie Kontrollen.

Bei der Baueinreichung und bei der darauf folgenden Bauverhandlung, müssen Sie als Bauherr der Baubehörde auch nachweisen, dass bei Ihrem Bauvorhaben ausschließlich ein zugelassener Baustoff (Baustroh) verwendet wird. Also einfach Stroh vom Bauern nebenan nehmen, ist einfach leider nicht möglich.

    Es entstanden drei Bauvarianten:

  • Die lasttragende Bauweise: Wandstärke 90 – 130 cm                                               
  • Holzriegelkonstruktion mit ganzen Strohballen: Wandstärke 44 – 59 cm*
  • Die jungste Strohhaus Variante-Holzriegelkonstruktion mit einblasfähigem Baustroh:  Wandstärke 24 – 44 cm*.                                                                     
  • Die angeführten Wandstärken sind immer mit Innen- und Außen-Putz               gerechnet.

Die Lasttragende Bauweise

Wandstärke 90-130cm

Erst mit dem Aufkommen von Strohballenpressen um 1800 herum und damit riesiger „Strohziegel“ begann die Geschichte des modernen Strohbaus. Mit der lasttragenden Bauweise 1903 dem Burke-Haus, in der Nähe von Alliance, Nebraska, das heute noch steht, fing alles an.

Wie der Name schon sagt, dienen die Strohballen bei der lasttragenden Bauweise als tragende Statische- Elemente. Natürlich dämmen sie gleichzeitig auch sehr, sehr gut.

Allerdings: die Verwendung von Kleinballen limitierten die Baumeister damals auf eingeschossige Gebäude. Als der Strohballenbau auf der zweiten US-Welle auch Europa erreichte, waren die Baubehörden weit eher geneigt, Holzständerkonstruktionen zu bewilligen als der lasttragenden Technik zu vertrauen.

Strohbau-Enthusiasten und -Experten wie der deutsche Architekt Gernot Minke waren allerdings stets davon überzeugt, dass der wahre Strohballenbau lasttragend zu sein hat.

Es blieb dem Schweizer Architekten Werner Schmidt überlassen, die Königsidee dafür zu entwickeln: Er griff zu den Jumbo-Strohballen, 250 kg schweren und bis zu 130cm breiten Strohziegeln und verband damit das Beste beider Welten.

Diese Bauweise erwies sich in vielerlei Hinsicht überlegen – sie ist flexibler, was die Gestaltung organischer Formen (Rundungen, Bögen, Gewölbe) betrifft, geht ausgesprochen rasch von der Hand und ist zeitlich deutlich weniger aufwendig bei der Errichtung.

Aber die aufwendige Nachbearbeitung der Strohballen, das Niederspannen, das Nachschneiden und vor allem das Umbinden der Ballen, erfordert doch ein mehr an Arbeitsaufwand.

Auch dürfen Sie nicht vergessen, dass durch das mehr an verbauter Fläche die Bodenplatte und die Dachkonstruktion größer ausfallen muss. Was den Kostenvorteil gegenüber der Holzriegelkonstruktion wieder aufhebt.

Aber der große Vorteil ist der sehr, sehr gute Dämmwert.

AAA+ = gleich ein unschlagbarer U-Wert von 0,09 (W/mk² K)für die fertig verputze Wand. Eine Außenwand mit keinem anderen Material natürlicher, ökologischer und nachhaltiger herstellen.

Die aktuellen Bautechnischen Zulassungen, sowie Brand- und Lasttest für lasttragende Strohballenbauweise (Unser Strohhaus) machen es nun erstmals möglich, auch in Österreich  und in der ganzen EU lasttragende Strohballenhäuser zu errichten.

Großballen sind den Kleinballen statisch und in puncto Belastbarkeit so deutlich überlegen.

Bis zu dreigeschossige Bauten können lasttragend errichtet werden. Das überzeugte schließlich auch die zuständigen Baubehörden. Die sensationellen Dämmwerte der Großballenbauten ließen schließlich auch die letzten Zweifler verstummen.

Holzriegelkonstruktion mit ganzen Strohballen

Wandstärke 44- 59cm

Die Bauweise mit einer Holzriegelkonstruktion hat den Vorteil, dass die gesamten Wandstärken mit Putz von 44 bis 59cm frei wählbar sind. Je nach Wunsch und gewünschten Dämmwerten werden Baustrohballen mit 36 oder 50cm verbaut.

Im Gegensatz zur lasttragenden Stroh- Bauweise ist die verbaute Fläche  bei gleicher Wohnfläche viel kleiner.

Auch wir haben mehrheitlich unsere Strohhäuser in dieser Bauweise errichtet.

Natürlich sollte erwähnt werden, dass bei der Holzriegelkonstruktion, im Gegensatz zu der lasttragenden Bauweise wo nur nur der Außen+ Innenputz (Kalk + Lehm) auf die Wände aufgebracht wird. Bei der Holz- Stroh Bauweise (außer bei 50cm Strohballen Wänden), neben dem Holzständerwerk noch Holzweichfaserplatten 6 + 4 cm sowie OSB- Platten 1,8 oder 2,2cm (natürlich die gesunden) in den Wänden verbaut werden.

Die jungste Strohhaus Variante mit Holzriegelkonstruktion und einblasfähigem Baustroh

Wandstärke 24-44cm

Dass ein Haus mit Stroh zu bauen, neben der gesunden Bauweise viele Vorteile hat, ist unbestritten. Aber auch der Strohbau unterliegt zeitlichen Veränderungen und passt sich an die heutige schnelllebige Zeit an. Aus den ganzen Forschungen und Weiterentwicklungen im Strohbau sticht eine ganz besonders hervor und wird Stroh als Dämmstoff auch für den mehrgeschossigen Wohnbau möglich machen. Stroh kann seit 2018  auch in die Wände eingeblasen werden.

Neben Baustrohballen haben wir nun auch einblasfähiges Bio- Baustroh verfügbar. Durch unsere spezielle Schneidetechnik erreichen wir eine besonders homogene Produktqualität mit äußerst geringem Feinanteil.

Somit erzielen wir ein einzigartiges Einblasbild und hervorragende technische Parameter. Die Wände können in der Halle vorgefertigt werden und sind in der Regel sehr schnell vor Ort aufgestellt.